Natürlicher Zeckenschutz für Hunde - ist das möglich?

Mit den wärmeren Temperaturen hat die Zeckenzeit begonnen und die Tierchen aus dem Winterschlaf gelockt. Hundebesitzer werden es feststellen. Nach einem Spaziergang im Wald findet man beim Hund nun die ersten Zecken. Zecken können nicht nur beim Menschen Krankheiten auslösen. Auch der Haushund ist gefährdet. Er kann ebenso an Borreliose erkranken, wenn auch wesentlich seltener als der Mensch. Hierzu gibt es einige interessante tiermedizinische Studien.

Tierärzte empfehlen für die Zecken- und/oder Reisezeit ins Ausland sogenannte „Zeckenschutz-Mittel“. Namentlich: Frontline, Expot, Scalibor-Halsband, Advantix oder eine neu entwickelte 3-Monats-Schutztablette Bravecto und andere etliche frei verkäufliche Mittel. Allen Mitteln, egal ob Halsband, Spot-On oder Langzeit-Wirktablette ist eins gemein: Diese Mittel enthalten Wirkstoffe (u.a. Permethrin), die für das Tier, für Menschen und für die Umwelt in bestimmten Maßen toxisch sind. Je wirkungsvoller sie gegen Zecken wirken, umso toxischer sind sie in der Regel. Einen 100%-igen Schutz vor Zeckenbissen garantiert kein Hersteller. Die Mittel wirken entweder repellent (abschreckend - was eben NICHT zu 100% funktioniert) oder sie töten die Zecke, sobald diese den Wirkstoff bei Biss des Wirtstieres über das Blut aufnimmt (was schon wieder zu spät sein kann, weil bereits durch den Biss Borrelien übertragen werden können). Die Zecke saugt, stirbt, trocknet aus und fällt bestenfalls irgendwann ab.

Meinen ersten Hund habe ich jahrelang mit sogenannten Spot-On´s behandelt, ohne mir Gedanken darüber zu machen. Eine erlebte Situation hat dann dazu geführt, über die Anwendung dieser „Schutzmittel“ etwas kritischer zu denken. Mein Hund wurde vor einer Autofahrt mit einem Spot-on behandelt. Er lehnte sich während der Fahrt mit dem Rücken an die schwarze Verkleidung des Autos. Alleine der kurze Kontakt des Fells, das noch Feuchtigkeit des Spot-ons enthielt, führte dazu, dass die schwarze Verkleidung des Autos an der Kontaktstelle irreversibel weiß wurde.

Für meinen zweiten Hund habe ich die Entscheidung getroffen, das Risiko einer möglichen Erkrankung mit der permanenten Belastung durch Zeckenmittel abzuwägen. Soweit es irgendwie möglich ist, möchte ich langfristig auf derartige Mittel verzichten.

Um meinen Hund vor Zeckenbissen zu schützen, treffe ich jedoch einige Maßnahmen. D.h. das ich in den Frühlings- und Sommermonaten potentielle Zeckengebiete für Spaziergänge vermeide und meinen Hund nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken absuche. Auch das abendliche durchforsten des Felles gehört für mich dazu.

Parallel habe ich mich nach alternativen Zeckenschutzmitteln umgehört. Hierbei wird von Bernsteinketten, Knoblauch (toxisch, wenn zu hoch dosiert, max. 5mg/kg Körpergewicht), Kokosöl, Neemöl, Lavendelöl, Magneten und vielen anderen Dingen gesprochen. Es scheint eine Glaubensfrage zu sein und je nach Hund, Rasse, Fell usw. gibt es unterschiedliche „Erfolgsquoten“.

Nachdem ich im letzten Jahr von etlichen Hundebesitzern hörte, dass deren Hunde, die Bernsteinketten tragen, keine Zecken mehr hätten, speiste ich diese mit einem milden Lächeln ab. Das Gerücht hielt sich aber im Bekanntenkreis mit Hunden hartnäckig. Irgendwann wurde ich dann von einer Bekannten mit einer Bernsteinhalskette für Hunde beschenkt! Nun gut, ich glaube nicht an solche Dinge, aber andererseits schadet es nicht, dem Hund die Kette umzulegen. Es sieht halt bei einem Jagdhund etwas affig aus, aber gut...;-) Ein Versuch ist es wert. Parallel wurde mir von meiner Tierärztin empfohlen, von der Firma VetConcept in der Zeckenzeit eine Kräutermischung zuzufüttern, die u.a. auch pulverisierten Knoblauch enthält und zu guter Letzt reibe ich 1 x täglich ein paar Tropfen einer Kokos- und Neemölmischung auf das Fell meiner Hündin. Dreimal die Woche gebe ich einen Teelöffel reines, verflüssigtes Bio-Kokosöl zur inneren Unterstützung ins Futter. Kokosöl enthält Laurinsäure, die nachweisbar „abschreckend“ auf Zecken wirkt. Für meinen Hund ist das Auftragen des Öl´s kein Problem. Sie mag den Geruch des Kokosöls, der sehr rasch nach dem Auftragen wieder verfliegt. Man verwendet hierzu nur ganz wenige Tropfen.

Welches der Mittel und ob überhaupt eines wirkt oder es reiner Zufall ist – Ich weiß es nicht! Auf jeden Fall hatte meine Hündin drei Wochen nach Behandlungsbeginn mit den o.g. Maßnahmen keine einzige Zecke mehr.

Sobald ich im Frühjahr den Start der Zeckensaison bemerke, beginne ich mit der Behandlung und wende sie bis in den Herbst/Winter an. Erfahrungsgemäß kann man nach einer längeren Zeit der Behandlung mit Kokosöl und der Zufütterung der Kräutermischung beides mehr und mehr ausschleichen. Mal schauen, wie und ob es dieses Jahr wirkt.

Ich möchte mit diesem Beitrag lediglich meine Erfahrung mit „alternativen Schutzmitteln vor Zecken“ teilen. Ich empfehle hiermit nicht, auf eventuell vom Tierarzt empfohlene und verordnete Mittel zu verzichten. Jeder Tierbesitzer muss dies ganz alleine für sich und sein Tier entscheiden und individuell der jeweiligen Lebenssituation anpassen. Für Reisen ins Ausland ist diese Art des Zeckenschutzes ganz sicherlich nicht zu empfehlen. Hier sollte man ganz eindeutig sichere Maßnahmen zum Schutz des Hundes ergreifen.

 Ich bin auf eure Erfahrungswerte gespannt und würde mich über Feedback freuen!

Otto Winter20 Apr 11:21
Bei unserem Hund waren wir im 1. Jahr von der Menge der Zecken überrascht. Letztes Jahr haben wir dann aber ein Anti-Zeckenmittel verwendet. Ich werde mal genauer auf die Auswirkungen dieses Mittels achten.
Vi sionreplyin reply to Otto Winter20 Apr 17:56
Waren es so viele Zecken im ersten Jahr als Welpe/Junghund?
T. B. Weidmann20 Apr 14:08
Ich weiß, Sie sind allergisch auf Verbesserungen, aber trotzdem wird der Genitiv ohne Apostroph gebildet: Es heißt also „des Öls“.
Vi sion13 May 11:52
Nachtrag: Anstatt des reinen Kokosöls verwende ich seit einiger Zeit eine Mischung aus Kokos-, Jojoba- und Neemöl. Diese Mischung wurde ursprünglich von der Firma Plantavet entwickelt und wird nun unter dem Produktnamen CocoNeem vertrieben.

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