Kinderwunsch & Risiken

In einer Kinderwunschberatung hat das Kinderwunschpaar viele Fragen. Die zentralen Themen kreisen immer um Erfolgschancen, Risiken einer Behandlung (hier ist oft der Partner sehr daran interesssiert, vor allem auch dann, wenn ER der Verursacher der Kinderlosigkeit ist und mitansehen muss, wie seine Liebste das meiste der Behandlung schultern muss) sowie die Kosten einer IVF-Therapie.

Risiken einer künstlichen Befruchtung / Reproduktionsmedizin

Generell kann festgehalten werden, dass schwerwiegende Komplikationen sehr selten sind (Komplikationen gibt es bei anderen Eingriff auch – etwa bei einer Zahnextraktion können auch schwere Blutungen auftreten, sollten aber eine Ausnahme bleiben).

Natürlich muss sich die Frau für eine IVF-Therapie einer hormonellen Behandlung unterziehen, die belastend sein kann. Meistens müssen Hormonspritzen genommen werden, um das Follikelwachstum anzuregen. Ich empfehle hier dem Kinderwunschpaar und vor allem der Frau, diese Hormonkur mit Injektionen stoisch über sich ergehen zu lassen und immer positiv zu sehen.

Warum positiv sehen („always look on the bright side of life”):

  • man macht es für einen sinnvollen und guten Zweck: die Frau will ein Kind! – und ist nicht schwer Krank und muss sich deswegen Spritzen setzen
  • Spritzen-Injektionen können die Abwehr des Körpers stärken (ähnlich wie eine Birkenquast in der Sauna). Damit ist das Immunsystem immer in Alarmbereitschaft – die Feuerwehr übt auch regelmäßig für den Ernstfall
  • Die Hormonkuren stehen bei einer Kinderwunschbehandlung nicht in Korrelation zu erhöhten Krebsrisiko oder Thrombose (schlecht gegrilltes Fleisch oder Fast-Food hat ein höheres Krebsrisiko – Thrombose bekommt man eher bei einem Langstreckenflug ohne regelmäßige Bewegung und ungenügender Zufuhr von Wasser)
  • Die mit der Hormonkur über ein paar Wochen angeregten Hormone sind vor allem die „guten“ Hormone (einige davon werden in der Schwangerschaft über Monate in viel höheren Dosen vom Körper produziert und haben eher protektiven langfristigen Effekt) – eher ist es so, dass mit Fettleibigkeit oder fortschreitendem Alter sowie falschem Lebensstil und Diät die „schlechten“ Hormone im Körper produziert werden und es dabei zu einem Ungleichgewicht von „guten“ vs „schlechten" Hormonen kommt. Mit all den Fogen…

Natürlich kann es durch eine  IVF-Therapie – wie auch bei einer spontan eingetretenen Schwangerschaft – etwa zu Fehlgeburten, Missbildungen, vorzeitigen Wehen, Eileiterschwangerschaft (Extrauterine Gravidität / EUG) oder Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) kommen.

All diese Komplikationen sind bei einer IVF-Behandlung gegenüber einer Spontanschwangerschaft normalerweise nicht erhöht.

Es sei denn:

  • die Frau hat vorbeschriebene Eileiterdefekte (dann sollte die Entfernung – und nicht die Sanierung! – beider Eileiter empfohlen werden). Zudem eine Sondenlängenmessung vor geplantem Embryo-Transfer. Dieser Embryo-Transfer sollte mit einem Micro-Loader sanft durchgeführt werden – damit bleiben die Risiken einer EUG gering
  • Fehlgeburten: viele frühe Fehlgeburten resultieren daraus, dass die Gelbkörpersubstitution nicht optimal angewendet wird (ein junger Rosenstock, den man frisch pflanzt, braucht anfangs viel Wasser und guten Nährboden – sonst geht er häufiger ein)
  • Missbildungen: dazu besteht bis dato keine Korrelation zu den heute etablierten und angewendeten IVF-Techniken. Auch eine Embryo-Kultur über 5-6 Tage bis zur Blastozyste hat bekannter Weise keinen negativen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Babys. Vielmehr können die ganzen Umweltschadstoffe vom Körper mit Nahrung, Getränken und über die Haut regelmäßig aufgenommen über Monate in der Schwangerschaft eher eine Auswirkung haben – viele Umweltgifte kennen wir noch gar nicht richtig oder sind ungenügend erforscht (Plastik mit all den Weichmachern, die Farbe auf der Kleidung, Kosmetik etc etc.). Zu diesem Thema können Sie einiges Geschriebenes von mir im Web finden

Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft ist vor allem dann gegeben, wenn mehr als ein Embryo transferiert wird. Heutzutage sollte dies die Ausnahme sein und bleiben! Dazu findet man auch viel Geschriebenes sowie Videos von mir im Web.

Somit bleibt noch das Risiko einer Überstimulation (OHSS – Ovarian HyperStimulation Syndrome). Auch dieses Risiko kann heutzutage gering gehalten werden und häufig eine Hospitalisation vermieden werden, wenn rechtzeitig gehandelt wird.

Hierzu habe ich eine ausführliche Abhandlung geschrieben. Ich empfehle diese immer vorzulegen, falls man ins Spital eingeliefert werden muss (was eigentlich nur noch in Ausnahmen passieren sollte, falls rechtzeitig therapeutische Maßnahmen ergriffen wurden).

Hier der Link zur Abhandlung - http://www.minervamedica.it/en/journals/minerva-ginecologica/article.php?cod=R09Y2015N02A0127

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