Unerfüllter Kinderwunsch – Kombination PCO-Syndrom und schlechte Samenqualität

Auch wenn eine Frau einen regelmäßigen Menstruationszyklus (28 +/- 1 Tag) hat (siehe dazu:  https://www.youtube.com/watch?v=OUstHWMIMVI) heißt das noch lange nicht, dass nicht doch ein PCO-Syndrom vorliegt.

So geschehen vor etwa 3 Jahren:

Ein Kinderwunschpaar kam in meine Sprechstunde. Es klappte über 3 Jahre nicht mit dem ersehnten Kinderglück. Die Frau war jung, somit bestand keine Altersfaktor. Die Hormone bei der Frau als auch die anderen erhobenen Daten nach eingehender Anamnese und nach gründlicher Untersuchung schienen auf den ersten Blick unauffällig. Sie hatte regelmäßige Menstruationen im Abstand von etwa 28 Tage. Der Eisprung wurde von ihr selbst bestimmt sowohl mit wiederholten Messungen der Basaltemperaturkurve über mehrere Monate als auch mit LH-Testung (Ovulationstest). Alles schien o.k. Auffällig waren nur vermehrt kleine Follikelbläschen um die 1-3mm im durchgeführten Ultraschall.

Beim Mann viel eine sehr schlechte Spermienqualität auf, whs bedingt durch den Lebenswandel.

Zudem war das Paar schon gestresst, da es nicht klappte. Der Partner hatte gar keine richtige Lust mehr auf Geschlechtsverkehr, da sich alles nur noch um das leidige Thema Kinderwunsch drehte. Er musste oft „herhalten“ um den Zeitpunkt der vermeintlichen Ovulation (Eisprung). Immer im Hinterkopf, dass seine Partnerin mit ihm hauptsächlich deswegen Sex hat, um sich schwängern zu lassen, nicht des Vergnügens wegen. Zudem wusste er, dass sie sicherlich in ein paar Wochen wieder heulend dastehen würde, da es wahrscheinlich wieder nicht klappte. Und in diesen paar Wochen gab es keinen Sex!

Meine Vermutung bei der Frau war das Vorliegen eines LUF-Syndroms bedingt durch ein subtiles PCO-Syndrom.

Ich konnte das Paar soweit motivieren, sodass sie von einer IMSI-Therapie nach Follikelstimulation und Eizellpunktion noch absahen.

Ich wollte mit ihnen für weitere 3-6 Monate versuchen dennoch eine Spontanschwangerschaft zu erzielen. Falls es bis dahin nicht klappen sollte, wäre der nächste Schritt die IVF-Therapie mit IMSI. Jedoch hätten wir bis dahin eine Optimierung des Samens erzielt und damit eine bessere Ausgangslage geschaffen.

Siehe dazu:

Mein Vorgehen war folgendes: über die nächsten 2 Monate führte ich bei der Frau ein Zyklusmonitoring durch und konnte damit das individuelle Follikelwachstum bestimmen (dieses war um etwa 3 Tage verlängert). Medikamentös halfen wir beim Eisprung nach (da trotzt positivem LH-Test es dennoch wiederholt nicht zur Ruptur des Follikels kam).

Den Partner involvierten wir dabei nicht. Er musste nur regelmäßigen Samenerguss haben (ejakulieren) und eine gewisse Nahrungsergänzung zu sich nehmen. Zudem empfahl ich maximal 2x pro Woche Geschlechtsverkehr, jedoch ohne auf den Eisprung zu achten. Anfangs tat sich der Mann schwer mit dem Ejakulieren, da er sich mit dem schlechten Samen nicht mehr als richtiger Mann fühlte und dies seine sexuellen Gelüste negativ beeinflusste. Jedoch verbesserte sich sein Samen nach einer gewissen Zeit zusehends, seine Motivation und Libido stiegen dadurch.

Es trat eine spontane Schwangerschaft ein, die in den ersten Wochen noch medikamentös gestützt wurde.

Erst kürzlich traf ich das Paar: sie sind gerade schwanger mit dem zweiten Kind, dies spontan!

Entweder heilte das LUF-Syndrom nach der ersten Schwangerschaft aus oder: der Eisprung war eingetreten durch nicht gestressten /entspannten Geschlechtsverkehr (meine Vermutung geht dahingehend).

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